Moorkolonisation im Niederstift Münster

„Wohnplatz und Fryland im Morast“ – Vortragsabend in Niederlangen

Zu einem interessanten Vortragabend in Niederlangen hat der Heimatverein Niederlangen in Kooperation mit dem Emsländischen Heimatbund eingeladen. Dr. Christian Hoffmann vom Nieders. Landesarchiv, Abt. Hannover referiert über die Moorkolonisation im Niederstift Münster gegen Ende der Fürstbischöflichen Zeit. Im Zuge dieses Prozesses sind hier im nördlichen Emsland u.a. z.B. die Neudörfer: Neudörpen, Neubörger, Neulehe, Neudersum, Neusustrum, Rütenbrock entstanden

„Im 18. Jahrhundert stellte die Bevölkerungszahl eines Territorialstaats bzw. deren Steigerung einen wesentlichen Machtfaktor dar. Bevölkerungswachstum, u. a. durch Ansiedlung von Zuwanderern erzeugt, steigerte die Produktivität und damit auch die landesherrlichen Steuereinnahmen. Auch im Interesse der Landesverteidigung war eine Steigerung der Einwohnerzahlen erwünscht. Die Landesherrschaften suchten durch Urbarmachung von Brachland Siedlerstellen zu schaffen, nicht um Abwanderungswillige im Land zu halten, sondern vielmehr um Neusiedler anzulocken. Im Hochstift Münster kamen hier vorrangig die ausgedehnten Moorgebiete des Niederstifts für solche Ansiedlungen in Frage. Rechts und links der Ems wurden im Jahr 1788 von den landesherrlichen Beamten 14 neue Kolonien angelegt. Die Neubauern hatten allerdings nicht nur mit dem Moor, sondern mit großem Widerstand aus den alten Dörfern zu kämpfen“.